

Kompressionsstrümpfe anziehen: Wann der Pflegedienst hilft – und wer die Kosten trägt
Es klingt nach einer Kleinigkeit, ist aber für viele Menschen der Moment, an dem der Tag ins Stocken gerät: das Anziehen der Kompressionsstrümpfe am Morgen. Der Strumpf sitzt bewusst fest, das Material ist straff, und wer nicht mehr gut nach unten kommt oder wenig Kraft in den Händen hat, scheitert schnell daran. Wir von nuvie erleben in Darmstadt fast täglich, wie sehr diese kleine Hürde den Alltag bestimmt – und wie viel Erleichterung es bringt, wenn jemand zuverlässig dabei unterstützt.
In diesem Beitrag erklären wir, warum das An- und Ausziehen medizinischer Kompressionsstrümpfe eine echte Pflegeleistung ist, wie Sie Unterstützung durch den ambulanten Pflegedienst bekommen und wer die Kosten übernimmt.
Warum Kompressionsstrümpfe so wichtig – und so schwierig – sind
Medizinische Kompressionsstrümpfe werden ärztlich verordnet, etwa bei Venenschwäche, nach einer Thrombose, bei Lymphödemen oder einem offenen Bein. Sie üben von außen genau dosierten Druck aus, unterstützen den Rückfluss des Blutes und beugen Schwellungen und Folgeschäden vor. Damit sie wirken, müssen sie faltenfrei und korrekt sitzen – und das genau von morgens bis abends.
Genau hier liegt das Problem: Der feste Sitz, der medizinisch gewünscht ist, macht das Anziehen anstrengend. Es braucht Kraft, Beweglichkeit und eine gewisse Technik. Für Menschen mit Arthrose in den Händen, eingeschränkter Rumpfbeweglichkeit oder nach einer Operation ist das allein oft nicht zu schaffen. Wird der Strumpf dann gar nicht oder falsch angezogen, verfehlt er seine Wirkung – im schlimmsten Fall verschlechtert sich der Zustand.
An- und Ausziehen ist Behandlungspflege
Viele Angehörige gehen davon aus, das sei "nur Anziehen" und damit reine Selbsthilfe. Tatsächlich ist das An- und Ausziehen medizinischer Kompressionsstrümpfe eine anerkannte Leistung der häuslichen Krankenpflege – der sogenannten Behandlungspflege nach § 37 SGB V. Das bedeutet: Ein ambulanter Pflegedienst wie nuvie darf diese Aufgabe übernehmen, und sie kann von der Krankenkasse getragen werden.
Wichtig ist die Unterscheidung: Behandlungspflege läuft über die Krankenkasse (nicht die Pflegekasse) und braucht keine Voraussetzung eines Pflegegrads. Entscheidend ist die ärztliche Verordnung. Wenn Sie den Unterschied zwischen den verschiedenen Pflegeleistungen genauer verstehen möchten, lohnt sich auch ein Blick auf unsere Hinweise zur Hautpflege und Vorbeugung bei Bettlägerigkeit – dort zeigen wir, wie eng vorbeugende Pflege und medizinische Versorgung zusammenhängen.
So bekommen Sie die Unterstützung: der Weg in drei Schritten
Damit der Pflegedienst die Kompressionsstrümpfe anziehen darf und die Kasse zahlt, sind drei Schritte nötig:
- Ärztliche Verordnung. Ihre Hausärztin oder Ihr Facharzt stellt eine Verordnung häuslicher Krankenpflege aus – konkret für das An- und Ausziehen der Kompressionsstrümpfe, in der Regel morgens und abends.
- Genehmigung durch die Krankenkasse. Die Verordnung wird bei der Krankenkasse eingereicht und dort genehmigt. Um Versorgungslücken zu vermeiden, kümmern wir uns auf Wunsch um die Formalitäten und stimmen uns mit Praxis und Kasse ab.
- Regelmäßige Versorgung durch nuvie. Anschließend kommen wir zu den vereinbarten Zeiten zu Ihnen nach Hause – pünktlich, damit der Strumpf den ganzen Tag über seine Wirkung entfalten kann.
Wer trägt die Kosten?
Weil das An- und Ausziehen der Kompressionsstrümpfe Behandlungspflege ist, übernimmt grundsätzlich die gesetzliche Krankenkasse die Kosten – auf Basis der ärztlichen Verordnung. Für gesetzlich Versicherte ab 18 Jahren fällt dabei die übliche gesetzliche Zuzahlung an: zehn Prozent der Kosten sowie zehn Euro je Verordnung, begrenzt durch die individuelle Belastungsgrenze. Wer von Zuzahlungen befreit ist, ist auch hier entlastet.
Damit unterscheidet sich diese Leistung deutlich von der Pflege über die Pflegeversicherung. Das ist eine gute Nachricht: Sie brauchen keinen Pflegegrad, um Hilfe beim Anziehen zu bekommen – die ärztliche Verordnung genügt.
Was Sie selbst tun können
Nicht immer ist täglich ein Pflegedienst nötig. Manchmal reicht eine Anziehhilfe – ein Gestell oder eine Gleithilfe, die das Überziehen erleichtert. Solche Hilfsmittel kann der Arzt ebenfalls verordnen. Für viele unserer Klientinnen und Klienten in Darmstadt ist die Kombination ideal: eine Anziehhilfe für Tage, an denen es allein geht, und der Pflegedienst als verlässliche Unterstützung an allen anderen. Welcher Weg zu Ihnen passt, besprechen wir gern in einem persönlichen Gespräch – nehmen Sie einfach Kontakt zu uns auf.
Unser Angebot in Darmstadt
Das Anziehen der Kompressionsstrümpfe gehört bei uns zum Alltag. Wir stimmen die Besuchszeiten so ab, dass die Strümpfe früh angezogen und abends wieder ausgezogen werden – zuverlässig, freundlich und mit Respekt für Ihre Privatsphäre. Wenn Sie oder ein Angehöriger Unterstützung brauchen, ist nuvie – Ihr ambulanter Pflegedienst in Darmstadt und Umgebung für Sie da.
Fazit
Das An- und Ausziehen medizinischer Kompressionsstrümpfe ist keine Nebensache, sondern Teil einer wirksamen Behandlung – und eine Leistung, die der ambulante Pflegedienst über die Krankenkasse erbringen darf. Mit einer ärztlichen Verordnung, der Genehmigung der Kasse und einem verlässlichen Dienst an Ihrer Seite wird aus der morgendlichen Hürde wieder eine Selbstverständlichkeit.
